Naturbeobachtung +
Naturwissenschaft
Die Naturwissenschaft der Physik ist nicht für die
belebte Natur gültig
Der griechische Philosoph Aristoteles
sah die Erde als Mittelpunkt und die Sonne umkreiste sie. Kopernikus behauptete,
die Erde kreise um die Sonne. Galilei benutze das neu erfundene Fernrohr (1609)
und bestätigte diese Sichtweise. Er mußte vor die Inquisition.
Kepler stellte eine Theorie von den
Anziehungskräften zwischen den Planeten auf und Isaac Newton die mathematischen
Berechnungen und die physikalischen Gesetzmäßigkeiten der Gravitation.
Das mechanistische Weltbild war erfunden: Das Weltall funktionierte nach physikalischen
Gesetzen, gleich einem Uhrwerk.
Paracelsus führt vier Säulen in die Medizin ein, eine davon nannte
er die Tugend als heilende Kraft des Arztes. Nach der Sicht von
Paracelsus wird jede Krankheit durch einen Krankheitssamen verursacht.
Er orientierte sich an den Alchemisten, die die Naturprozesse nachahmen. Die
Metapher vom inneren Arzt spielte bei Paracelsus eine zentrale Rolle.
Er griff damit die alte Idee einer Heilkraft der Natur (um 400 v.Chr.) auf.
Er schrieb: Darum wisset, daß ein Arzt vor allem wissen soll, wo
die Natur hinaus will. Denn sie ist der erste Arzt, der Mensch ist der zweite.
Ein Schüler von Paracelsus begründete einen sprituellen-religiösen
Ansatz, der Arzt, Theologe und Naturforscher Johan Baptist van Helmont (1579-1644)
sah als Krankheitsursachen Ideale (Ideen und Bilder machen krank),
welche den Lebensgeist verwirren. Heilung entsteht durch Reinigung
des Lebensgeistes. Die Medizinische Fakultät von Löwen
und die spanische Inquisition verurteilten (1633/34) seine Sichtweise, da er
dem Aberglauben des Paracelsus, das heißt, des Teufels selbst
anhänge. Er widerrief.
Die Medizin versucht die Erfolge
der Naturwissenschaft nachzuahmen und nimmt die innere Haltung der Inquisition
ein: Was man nicht will, wird bekämpft. Z.B.: Die historischen Wurzeln
der Chemotherapie gehen bis in die frühe Neuzeit zurück. Damals wurde
der grundlegende Ansatz entwickelt, mit alchemistisch hergestellten Sub-stanzen
den ursächlichen Kern der Krankheit zu treffen. Die Entwicklung der Bakteriologie
erlaubt chemotherapeutische Bekämpfungsmittel einzusetzen - doch die Seele,
der Gedanke hinter der Alchemie, wurde vergessen.
Der Frankfurter Serologe Paul Ehrlich fand heraus, daß Farbstoffe Mikroorganismen nicht nur anfärben, sondern auch abtöten können. Damit wurde die Grundidee der Chemotherapie geboren, mit Zauberkugeln, so Ehrlich, gezielt auf Krankheitserreger zu schießen. Er entwickelte 1910 Salvasan und die Erfolgsmeldungen riefen ein außerordentliches Echo hervor. Die Firma Hoechst nahm im selben Jahr die Großproduktion auf. Nebenwirkungen wie Kopfschmerz, Erbrechen, Durchfall, scharlachartiger Hautausschlag, Nesselsucht und Gelbsucht, machten die Salvasan Therapie jedoch zu einer umstrittenen Heilmethode. Bereits Ehrlich hat schon die Arzneifestigkeit, die Resistenzbildung der Krankheitserreger, bemerkt.
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Die belebte Natur und besonders der Mensch kann nicht mit den Gesetzen der Physik und Chemie erfasst werden, denn sie können nur angewendet werden, wenn man nahezu alle Randbedingungen kennt. Die wichtige Randbedingung Seele wird daher bei schulmedizinischen Heilungsversuchen gar nicht erst erfasst: doch dies wäre sehr wichtig für den Erfolg.
Die Technik hat große Fortschritte gemacht, wir sind beeindruckt und profitieren davon. Auch in der Medizin wird naturwissenschaftliche Technik eingesetzt - doch dadurch wird die Medizin nicht naturwissenschaftlich.
Gegen die Natur darf man nie kämpfen, sondern man muß sehr fein und spielerisch die Gesetze beachten - sonst geht man unter. |
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| Die Welt wird beobachtet und in physikalische Gesetze und mathematische Formeln gebracht. Doch die Gesetze sind rein theoretischer Natur, denn kleine Randbedingungen werden dabei vernachlässigt. Materialdaten sind nicht genau erfaßbar und unterliegen komplexen Kennlinien. Daher bleibt man im Bereich der größtmöglichen Sicherheit oder fügt eine Sollbruchstelle ein. Kein Bauingenieur würde auf statistische Erfahrung bauen und sich freuen, wenn z.B. 90% seiner Hochhäuser stehen blieben. | |
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